Ebook Free , by Anna Seghers
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, by Anna Seghers

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Produktinformation
Format: Kindle Ausgabe
Dateigröße: 1740 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 299 Seiten
Verlag: Aufbau Digital; Auflage: 2 (1. Juli 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.Ã r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00DQFXYWW
Text-to-Speech (Vorlesemodus):
Aktiviert
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X-Ray:
Nicht aktiviert
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Word Wise: Nicht aktiviert
Screenreader:
Unterstützt
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Verbesserter Schriftsatz:
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Durchschnittliche Kundenbewertung:
4.3 von 5 Sternen
35 Kundenrezensionen
Amazon Bestseller-Rang:
#21.424 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)
Zwar hatte ich vor der Lektüre dieses Buchs einige Kenntnisse über die Fluchtrouten aus Deutschland/Europa heraus. Auch hatte ich schon Biographien gelesen, in denen sich die betreffenden Personen auf solche Routen begeben haben. Doch dies war mein erstes Buch, das v.a. die behördlichen Abläufe detailliert, mit all den Hindernissen, Schwierigkeiten und Problemen beschreibt, wie auch die Hoffnungen, Verzweiflungen und Schicksale dargelegt werden. Somit war dieses Buch für mich, besonders da es zeitnah von einer Person geschrieben worden ist, die gezwungen war, diese Prozedur selbst durchmachen zu müssen, ein wichtiges Zeitdokument, aus dem ich viel Neues gelernt habe.Die dargestellten Schicksale haben mich äußerst bewegt und das Buch hat mich sehr gefesselt. Zwar habe ich für meine Verhältnisse sehr lange daran gelesen und manchmal musste ich mich auch etwas aufraffen, da ich den Eindruck hatte, nicht voran zu kommen. Aber genau das haben die Menschen damals erlebt. Sie kämpften um ihre Dokumente und um ihre Zukunft/ihr Leben und doch kamen sie oft nicht voran, sondern wurden immer wieder zurück geworfen. Aber trotz dieses etwas zähen Lesens hat es mich immer wieder zu dem Buch gezogen, da ich wissen wollte, wie es weiter geht und wie sich die Ereignisse entwickeln.
Transit ist eines der großen Werke Anna Seghers, vielleicht eines der beiden wirklich großen, eben „Transit“ und „ Das siebte Kreuz“. Zugleich ist es einer der großen Romane dieser Zeit, vielleicht des 20. Jahrhunderts überhaupt. Es ist „der“ Exilroman, der exemplarisch aus der Perspektive eines eher unscharf gezeichneten kommunistischen, deutschen Flüchtlings das unendliche Elend und die verzweifelte Agitiertheit der Wartenden beschreibt: der Verfolgten des Naziregimes aus ganz Europa, deren Platz eigentlich der Schreibtisch, das Institut, die Kanzlei, das Atelier ist, eine geistige Elite, die sich nun vor den Schaltern der Konsulate und Schifffahrtslinien herumdrücken muss und statt Fachdiskussionen zu führen, sich gezwungen sieht, Latrinenparolen weiter zu erzählen.Der Roman steht da wie ein Felsblock. Er ist rund, von enormen Gewicht und großer Kraft. Er ist aus einem Guss. Nicht Überflüssiges oder Konstruiertes ist auszumachen. Man möchte meinen, dass er zügig und seiner Sache völlig sicher in einem Atem niedergeschrieben sei. Entsprechend groß war die Bewunderung bei Lesern und Fachkollegen. In vielen Texten, die uns ansprechen, gibt es Stellen, die uns ins Herz treffen, die wir unterstreichen möchten. Transit ist ein ganzes Geflecht solcher Stellen. Fast auf jeder Seite möchte ich Passagen markieren.Wie bei allen großen Texten und Romanen sind zwei scheinbar schwer vereinbare Wesenszüge vollkommen souverän und stilistisch glänzend amalgamiert. Zum einem ist es eine stringent und spannend erzählte Geschichte ohne Längen und Brüche, zum anderen eine multidimensionale Reflexion über die existentielle Situation des Menschen, über Extremsituationen und die menschlichen Möglichkeiten in ihnen, über Massenpsychologie und Illusionsbildung, über „Ich“ und „Die Anderen“ , über Realität und literarische Fiktion und deren Wechselbeziehung, um nur einige wichtige Themen zu nennen.Der Ton, in dem aus der Ich-Perspektive erzählt wird, ist ein ganz besonderer. Manchmal erweist uns der Erzähler sogar die Ehre, uns direkt anzusprechen. Aber von diesem Stilmittel wird nur sparsam Gebrauch gemacht. Der oft genannte Begriff „Neue Sachlichkeit“ für den Stil des Erzählens hilft wenig. Noch weniger die Bezeichnung „kafkaesk“ für die Verhältnisse, die geschildert werden. Auffällig ist die Distanz des Erzählers, seine Kaltblütigkeit oder Coolness, die feste Entschlossenheit, nicht unterzugehen und sich nicht anstecken zu lassen von der illustren Migrantengesellschaft, deren hervorstechende Merkmale Hektik und Larmoyanz sind. Sich mit diesem aufgeregten Bienenvolk der Emigranten nicht gemein zu machen, dieses Bewußtsein läuft auf eine immer wieder den bloßen Report durchbrechende Abschätzigkeit und einen bitteren Sarkasmus hinaus, der bisweilen an Zynismus grenzt. Die Emigranten werden pathologisiert. Sie sind „Abfahrtswütige“, „Abreisesüchtige“, „Transitwütige“, „Abgeschiedene“, „lebendige Tote“. Von unwürdigen, erbärmlichen Situationen und Notlagen wird erzählt, aber das Elend ist so groß und so zahlreich, dass statt Empathie oft nur ein Schulterzucken bleibt.Aber der Erzähler ist nicht gefühllos. Verschiedentlich zeigt er überraschend eine leidenschaftliche, hingebungsbereite Seite, die sich ebenso schnell wieder verbergen kann.Aus seinem „cafard“ holt ihn die Lektüre des Manuskripts. ( Seite 25-27). Ein Vexierspiel zwischen Realität und literarischer Fiktion beginnt. Der doch so nüchterne und gegen Illusionen, also auch gegen literarische Produkte gefeite Erzähler wird vom Romanfragment Weilers eingeholt und zu kindlichem Staunen verführt. Der alte Bann aus den Märchen trifft ihn. Es ist für ihn „etwas Neues“ , obwohl es doch paradoxerweise um dasselbe Leben geht, denn einer, der darin vorkommt, gleicht ihm aufs Haar. Ganz offensichtlich vermag Literatur gelegentlich durch Verhandeln desselben Stoffes die Dichte und Vitalität des Lebens wiederherzustellen, die dem wirklichen durch die Abstumpfung des Durchkommen-Müssens und Weitermachens abhanden kommt. Der Protagonist gerät ins Schwärmen und entwickelt seine eigene Literaturtheorie. Aber das Manuskript bricht ab. Seghers Erzähler zieht einen kindlichen Flunsch. Er ist sauer. Von neuem überfällt in der „cafard“ und tödliche Langeweile.Verdrossen kramt er im Koffer des Toten, eine Art Leichenfledderei. Der eben noch bewunderte Dichter, der das Leben im „Fegefeuer“ oder „kleinen Brand“ seines „Gehirns“ in neuem Licht hat erscheinen lassen, wird durch die abschätzige Musterung seiner Habseligkeiten zum Ziel von Herablassung und Sarkasmus. „Ein Nagelfeilchen, ein Lehrbuch der spanischen Sprache, ein leeres Parfümfläschchen. Der Tote war wohl ein Kauz gewesen, er hatte ausgekauzt.“Die Gefühle des Protagonisten sind labil, auch wenn Härte und existentialistische Illusionslosigkeit vorherrschen. Was das Leben sein könnte, wenn er sich nicht zum Selbstschutz einen Panzer anlegen müsste, erfährt er an seinem Freund Heinz, in seiner väterlichen Zuneigung zum Sohn des Gastgebers und in der Beziehung zu Marie, der Frau des toten Dichters.Gerade weil der Erzähler eine Unschärfe behält und man nicht so genau weiß, was eigentlich mit ihm los ist, wirkt seine Schilderung überzeugend und hellsichtig. Es ist wirklich ein Stück weit so, wie er es möchte: er gehört nicht eigentlich dazu. Der Roman ist eine große Fuge über Vergänglichkeit, falsche Hoffnungen, illusionäre Sicherheiten, Bodenlosigkeit, abgenutzte Gefühle, die unerwartet wieder aufflackern. Über schwindenden Sinn und in sich zusammenbrechende Antriebskräfte. Alles was ohnehin das Leben kennzeichnet, erscheint hier im Licht der Hoffnung auf Rettung und Neubeginn gespenstisch und bedrohlich vergrößert. Die Exilantengemeinde, die „ Ausreissüchtigen“ sind eine eigene Welt, eine Art soziales Biotop, schrullig und schrecklich zugleich, erbarmungswürdig und verachtenswert. Zu den beklemmendsten Facetten des Romans gehört, wie übergroßem menschlichen Leid begegnet wird. Empathie und Hilfsbereitschaft laufen jederzeit Gefahr, in Abwehr und bewusste Entwertung zu mutieren. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.Der Kraft und Schnörkellosigkeit des ganzen Romans entspricht der Anfang. Der erste Satz ist schon wie ein Paukenschlag. „ Die „Montreal“ soll untergegangen sein zwischen Dakar und Martinique.“ Mit einem „Satz“ schon mitten im Thema. Ein Auswandererschiff ist untergegangen. Irgendwo zwischen Dakar und Martinique. Wo genau ist ja eh egal. „Soll untergegangen sein“ . So genau weiß man es ja nicht. Vielleicht ist ja alles nur ein Gerücht. Zehn Zeilen weiter schon triefenden Sarkasmus. Wenn es ja stimmt und das Schiff wirklich auf eine Mine gelaufen ist, dann war es ja verglichen mit anderen Schiffsschicksalen in Kriegszeiten „ein natürlicher Tod“.
Transit: Weltkriegs-Flüchtlinge aus ganz Europa stranden in Marseille und suchen fieberhaft nach einem Weg, den kriegsverheerten Kontinent zu verlassen. Dieser Weg führt über Konsulate und durch einen bürokratischen Dschungel. Eine wunderbare Grundlage für einen Roman, der das Zeug gehabt hätte, ein universeller Klassiker zu werden.Leider hat Anna Seghers den Stoff aus meiner Sicht gründliche vergeigt. Ihre Erzählung konzentriert sich auf eine jungen, antriebslosen Mann, der seine Zeit damit tot schlägt, die Konsulate unter falschem Namen an der Nase herum zu führen und nichts unversucht lässt, um einem ehrbaren Mann seine Freundin weg zu nehmen. Mir war schon lange keine Hauptfigur mehr so unsympathisch. Generell fehlt es Seghers' Figuren in diesem Werk an Tiefe und Lebendigkeit. Schade, denn geschrieben ist der Roman an sich gut.3/5 für das interessante Thema und den angenehmen Schreibstil.
Anne Seghers schildert in ihrem berühmten Exilroman ein Emigrantenschicksal im zweiten Weltkrieg. Der namenlose Ich-Erzähler ist aus einem deutschen Konzentrationslager entkommen und gelangt in Paris durch Zufall an die Papiere eines verstorbenen Schriftstellers. Damit flieht er weiter in den unbesetzten Teil Frankreichs bis nach Marseille, damals der letzte Zufluchtsort zahlloser Emigranten.Seghers beschreibt das Leben dieser Heimatlosen zwischen den teilweisen grotesken Versuchen Visa oder Überfahrten in die freie Welt zu ergattern und deren Existenzsuche im Schmelztigel Marseille.Neben dem realisitischen Bild, welches die Schriftstellerin auch aufgrund eigener Erfahrungen zu vermitteln im Stande ist, überzeugen auch die literarischen Topoi. Der zwischen Entwicklungs-, Abenteuer-, Beziehungsroman und Dokumentation anzusiedelnde glänzt durch eine spannende Handlung, seiner flüssigen Erzählweise, absurd-grotesken Elementen und eindrucksvoll gezeichneten Charakteren.
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