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Camille Claudel: Ich mache keine Kompromisse, by Barbara Leisner

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"Eine Frau, die ein Schöngeist ist, ist die Geißel ihres Mannes, ihrer Kinder, ... der ganzen Welt." Diese Aussage Jean-Jacques Rousseaus war während der Jugend der französischen Bildhauerin Camille Claudel noch durchaus Vorbild für die Erziehung junger Mädchen zu folgsamen und höchstens durchschnittlich gebildeten Hausfrauen und Müttern. Wie konnte Camille sich demnach überhaupt als Bildhauerin durchsetzen? War ihr Weg in einer Zeit, in der Künstlertum und Weiblichkeit als unvereinbar galten, nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt? Abgesehen von der ungewöhnlich liberalen Erziehung durch den Vater lieferte den entscheidenden Impuls für ihren Werdegang zunächst der Bildhauerstudent Alfred Boucher, der das Talent des jungen Mädchens als Erster erkannte und förderte. Doch der Mann, der ihre künstlerische Laufbahn am nachhaltigsten beeinflussen sollte, war der Bildhauer Auguste Rodin, ihr Lehrer und langjähriger Geliebter. Beide verband eine bedingungslose Liebe zur Bildhauerei, die für sie Vorrang vor allem anderen hatte. Während ihrer Beziehung machte Rodin sich umgekehrt auch die Kreativität seiner Muse zu Nutze. So lieferte Camille durch den geistigen Austausch mit ihrem Lehrer wichtige Anregungen für seine Skulpturen und wirkte, ohne dass ihr Name jemals Erwähnung finden sollte, in nicht unerheblichem Maße bei der Entstehung und Ausarbeitung einiger seiner erfolgreichsten Plastiken mit. Trotz eigenständiger Werke sollte Camille zeit ihres Lebens im Schatten des großen Meisters stehen und von der Öffentlichkeit lediglich als seine Schülerin wahrgenommen werden. Durch die Weigerung Rodins, sie zu heiraten, wurde sie zudem noch tiefer als ohnehin schon durch ihr Künstlerdasein in die gesellschaftliche Ausgrenzung gestoßen. Andererseits wird aber auch Camilles zwiespältiger Charakter nicht beschönigt -- und somit deutlich, dass Rodin nicht der alleinige Urheber des unglücklichen Verlaufs ihres Lebenswegs war. Die ungemein ehrgeizige Künstlerin, die stets darauf bedacht war, ein epigonenhaftes Nachahmen des Rodin'schen Stils zu vermeiden, litt besonders unter der mangelnden Anerkennung ihrer Zeitgenossen. Ihre freizügigen Darstellungen -- in den Augen der damaligen Gesellschaft skandalös und daher eindeutig von Männerhand geschaffen -- trugen ebenfalls nicht selten zur Verkennung ihres Könnens bei. Ständige Plagiatvorwürfe lösten in Camille zunehmend Hass auf den ehemaligen Geliebten aus. Sie verstrickte sich immer mehr in Rachegefühle und Verfolgungswahn, um schließlich Rodin öffentlich des Diebstahls sowohl ihres geistigen als auch ihres künstlerischen Eigentums zu bezichtigen. Barbara Leisner rekonstruiert anschaulich die einzelnen Stationen dieses romanhaft anmutenden Werdegangs vom begabten, doch unerfahrenen jungen Mädchen in der Provinz über die Anfänge, Erfolge und Misserfolge der Bildhauerin in Paris bis hin zur tragischen Endstation, dem fast 30-jährigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt. Dabei stützt sich die Autorin auf umfangreiches Quellenmaterial, hauptsächlich Briefe und Artikel aus zeitgenössischen Kunstzeitschriften, die sie gekonnt in ihrem Zusammenhang interpretiert. Lücken und wenig gesicherte historische Fakten füllt sie sehr einfühlsam mit Leben, indem sie plausibel erscheinende Vermutungen anstellt. Sie zeigt auf, wie Camille sich über alle damals geltenden Konventionen hinwegsetzte, um ihre ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen -- und ihre Biografie somit zu Recht in der Reihe Rebellische Frauen erschienen ist. Ein fesselndes, gut recherchiertes und sehr objektives Künstlerporträt, das auch die Figur des Bildhauers Rodin mit einbezieht und nicht zuletzt einen aufschlussreichen Einblick in die soziokulturellen Hintergründe des ausgehenden 19. Jahrhunderts, des Fin de Siècle, liefert. Abgerundet wird die Biografie durch Schwarz-Weiß-Fotografien von der Bildhauerin, ihren Familienmitgliedern sowie einer Auswahl ihrer und Rodins Skulpturen. --Susan Radwan
Der Verlag über das Buch
Eine Frau und ein Mann, sie jung und unerfahren, aber mit großem Talent und starkem Willen, er ein Künstler auf dem Weg nach oben: Trotz ihres gemeinsamen Lebens und Arbeitens als Bildhauer im ausgehenden 19.Jahrhundert machten Camille Claudel und Auguste Rodin vollständig die gegensätzliche Erfahrungen. In einer Gesellschaft, die nur Männern künstlerisches Talent und Können zugestand und ihren Kunstverstand an den konservativen Ausstellungen der Salons schulte, lösten Camilles Künstlerdasein als Frau und ihre ausdruckstarken Skulpturen erstklassige Skandale aus. Vor allem ihre Paar-Akte, in denen sie ihre hocherotische und zunehmend komplizierte Beziehung zu Rodin ausdrückte, erregten die Gemüter durch ihre Freizügigkeit. Fünfzehn Jahre währte die Liebesbeziehung zwischen der jungen Bildhauerin Camille Claudel und ihrem Lehrer Auguste Rodin - leidenschaftliche, fruchtbare und stürmische Jahre, in denen Rodin, inspiriert von seiner Muse, seine besten Werke schuf. Doch Camille wollte mehr sein als nur die Muse des großen Künstlers: Sie kämpfte um Anerkennung als Künstlerin und als Frau. Doch der Durchbruch wollte sich nicht einstellen, und ihr Schwanken zwischen Bewunderung für ihren Geliebten und Ablehnung, zwischen Hoffnung auf ein gemeinsames Leben und Enttäuschung, zwischen Liebe und Haß trieb Camille schließlich in den Wahnsinn. In ihrer gründlich recherchierten Biographie zeichnet Barbara Leisner den ebenso schwierigen tragischen Lebensweg dieser außergewöhnlichen Künstlerin einfühlsam nach, die nach dem Willen ihrer Familie die letzten dreißig Jahre in einer Irrenanstalt verbrachte.
Alle Produktbeschreibungen
Produktinformation
Taschenbuch: 280 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (1. Mai 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548600174
ISBN-13: 978-3548600178
Verpackungsabmessungen:
18,9 x 12,6 x 2,2 cm
Durchschnittliche Kundenbewertung:
5.0 von 5 Sternen
2 Kundenrezensionen
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bin sehr zufrieden mit Preis und Ausführung und LIeferunggerne wieder.
Barbara Leisner hat kenntnisreich und einfühlsam das interessante Leben der Camille Claudel beschrieben - ohne dabei unkritisch zu sein. Einmal angefangen, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
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